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Errichtung eines Denkmals für Ho Chi Minh in Wien

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Forum Vietnam 21

Dr. Hong-An Duong Melchiorstr.5 72654 Neckartenzlingen

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Webseite: www.vietnam21.info.

Magistratsabteilung 7

Kulturabteilung der Stadt Wien

Oberamtsrätin Frau Mag. Ursula Schwarz

Rathaus

1082 Wien

08.02.2017

Betr. Errichtung eines Denkmals für Ho Chi Minh in Wien

Sehr geehrte Frau Oberamtsrätin Frau Magister Ursula Schwarz,

mit großem Befremden und Bestürzung, gar mit Empörung haben wir erfahren, dass das Stadtgartenamt der Stadt Wien den Bau eines Denkmals für Ho Chi Minh im Wiener Donaupark genehmigt hat.

Es mag sein, dass die Stadt Wien mit dem Ho Chi Minh-Denkmal dem Volk Vietnams etwas Gutes tun möchte, doch diese Entscheidung erscheint beim zweiten Blick als ein gewaltiger Irrtum. Es stellt sich die Frage, was die Errichtung eines Ho Chi Minh-Denkmals bezweckt und wem sie nutzt.

Eine kleine Minderheit, nämlich die dünne Schicht der Herrschenden in Vietnam wird sich darüber freuen, dass Wien mit dem Denkmal kostenlose Propaganda für die Machthaber im heutigen Vietnam leistet. Wien stärkt somit indirekt und unbewusst die Machtstruktur des totalitären Regimes in Hanoi und unterstützt damit eine Regierung, die mit einem Einparteiensystem das Land mit harter Hand autokratisch regiert.

Zweiundvierzig Jahre nach dem Ende des Krieges ist Vietnam alles andere als ein freies, demokratisches Land. RegimekritikerInnen, MenschenrechtlerInnen, Umweltaktivisten/innen u.a.m. werden willkürlich verhaftet. Während seines Staatsbesuchs in Vietnam in 2012 hat Ihr Bundespräsident Heinz Fischer beim Gespräch mit dem Staatspräsidenten, dem KP-Chef, dem Premierminister und dem Parlamentschef mit deutlichen Worten eine Diskussion angeregt, ob mit dem Pluralismus in der Wirtschaft auch ein Pluralismus in der Politik in Vietnam von statten gehen sollte. Das haben die Machthaber in Hanoi als „not amused“ empfunden. Der anwesende Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl hat scherzhaft angemerkt, Fischer sei wegen seiner Äußerungen nur knapp einer Verhaftung entgangen.

Was aber nutzt das vom Gartenamt Wien genehmigte Ho Chi Minh-Denkmal der breiten Masse der immer noch sehr armen Bevölkerung Vietnams? Eine Statue von Ho Chi Minh im fernen Europa interessiert die Mehrheit des vietnamesischen Volkes nicht. Sie bringt ihnen nicht einmal ein paar Cent für ihr hartes Leben. Im Gegenteil - Parteifunktionäre und Mitglieder des Machtapparats könnten sich durch das Vorhaben in Wien bestätigt fühlen, ihren Weg von Korruption und Unterdrückung weiter zu gehen.

Mit einem Denkmal für Ho Chi Minh macht Wien einen Tyrannen zum Helden. Das halten wir nicht nur für gänzlich falsch sondern sogar für gefährlich, zeugt es doch von fehlendem Geschichtsbewusstsein. Ho Chi Minh wird keinesfalls, wie oft behauptet, von der breiten Masse der Vietnamesen verehrt. Viele machen Ho Chi Minh für die Millionen von Kriegstoten verantwortlich. Der deutsche Autor Michael Opoczynski hat Recht, wenn er in seinem Buch „Krieg der Generationen“ (Guetersloher Verlagshaus, 2015) Ho Chi Minh so einschätzt: „ na ja, die Ho-Chi-Minh-Rufe von damals wirken heute peinlich, der war kein Vorbild, wie wir heute wissen“.

Der aus unserer Sicht wichtigste Aspekt gegen ein Denkmal Ho Chi Minhs ist, dass dieser Personenkult für eine umstrittene Person der Politik und der Geschichte, Erkennungszeichen einer Diktatur, nicht in die politische Landschaft der freiheitlichen, demokratischen österreichischen Gesellschaft passt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und nach Ende des kalten Krieges wurde in vielen Ländern der Personenkult abgeschafft und Denkmäler abgerissen. Dass die Stadt Wien jetzt den umgekehrten Weg gehen möchte, noch dazu ohne erkennbaren Bezug, ohne Notwendigkeit, erstaunt schon sehr.

1991 wurde die Lenin-Statue in Berlin 1991 entfernt. Andere Städte in Osteuropa folgten dem Beispiel. Auch viele Städte, früher nach umstrittenen Personen benannt, haben ihre ursprüngliche Namen wieder erhalten. Karl-Marx-Stadt wurde wieder Chemnitz. Die einstige Ho-Chi-Minh-Straße in Berlin heißt seit 1992 wieder Weißenseer Weg. Auch in Dresden wurde die Ho-Chi-Minh-Straße (von 1970 bis 1991) nach der Wiedervereinigung wieder Bernhardstraße umbenannt.

Aufgrund der obengenannten Aspekte appellieren wir dringend an Sie, sehr geehrte Frau Oberamtsrätin Frau Mag. Schwarz, die Genehmigung zum Projekt Ho Chi Minh-Denkmal der Gesellschaft Österreich Vietnam zu überdenken und davon Abstand zu nehmen. Die Errichtung des Denkmals für Ho Chi Minh wäre ein falsches Signal gegenüber dem leidgeprüften Volk von Vietnam.

Wir möchten uns bei Ihnen, Frau Oberamtsrätin Mag. Ursula Schwarz für Ihre Kenntnisnahme und Prüfung unseres Anliegens ganz herzlich bedanken und verbleiben

mit vorzüglicher Hochachtung

i.A.

Dr. Hong-An Duong

Koordinator

Forum Vietnam 21“

 

 
 
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